Die zweite, erweiterte BITKOM-Studie „Soziale Netzwerke“ enthält wieder zahlreiche aufschlussreiche Erkenntnisse über das Verhalten und die Präferenzen der Nutzer von sozialen Netzwerken wie Facebook, StudiVZ, XING etc. Im Auftrag des BITKOM hat das Marktforschungsinstitut Forsa wieder deutschlandweit mehr als 1.000 Personen ab 14 Jahren zu ihrer Social-Network-Nutzung befragt. Einige der wichtigsten Ergebnisse möchte ich hier kurz zusammenfassen.
Nutzerzahlen: Vorhandene Accounts vs. aktive Nutzung
Drei Viertel (74 Prozent) der Internetnutzer in Deutschland verfügen über Accounts in mindestens einem sozialen Netzwerk. Zwei Drittel (66 Prozent) nutzen diese Accounts auch aktiv, d.h. sie melden sich regelmäßig im Netzwerk an und nehmen dort entweder mitlesend oder schreibend am Geschehen teil. Bei den 14- bis 29-Jährigen Internetnutzern sind bereits 92 Prozent Mitglied in einem oder mehreren Social Networks. Die aktive Nutzung der Accounts liegt in dieser Altersgruppe mit 85 Prozent bedeutend höher. In der Generation 50-Plus verfügen immerhin 55 Prozent über Accounts in sozialen Netzwerken, hier melden sich 46 Prozent regelmäßig an.
Wie auch in der Social-Media-Kolumne von Welt Online beschrieben, gibt es, wenn man die einzelnen sozialen Netzwerke betrachtet, mitunter große Diskrepanzen zwischen passiven Nutzern, die lediglich über einen Account verfügen, diesen aber nicht nutzen und tatsächlich aktiven Nutzern. Bei vielen Social Networks ist das Verhältnis von aktiven zu passiven Nutzern etwa 50/50. Facebook ist hier eine Ausnahme: 51 Prozent der Nutzer haben hier einen Account, 45 Prozent melden sich auch regelmäßig an.
In sozialen Netzwerken verbrachte Zeit
Was die Intensität der Nutzung angeht, so melden sich im Schnitt 59 Prozent der Netzwerk-Mitglieder täglich an. Unter den 14- bis 29-Jährigen nutzen 78 Prozent jeden Tag soziale Netzwerke, in der Altersgruppe ab 50 Jahre sind es 46 Prozent.
Elf Prozent der Nutzer verbringen täglich mehr als 2 Stunden in einem sozialen Netzwerk, der BITKOM bezeichnet diese Gruppe als „Heavy User“. Interessanterweise sind die Unterschiede zwischen den Altersgruppen hier nicht sehr groß: Unter den 14- bis 29-Jährigen gibt es 14 Prozent Heavy User, bei den 30- bis 49-Jährigen sind es elf Prozent und in der Altersgruppe ab 50 Jahre sind es immerhin noch acht Prozent, die täglich mehr als 2 Stunden in „ihrem“ sozialen Netzwerk verbringen.
Nutzung zuhause vs. Nutzung von unterwegs
Gefragt haben wir auch nach dem Ort der Nutzung von sozialen Netzwerken. 41 Prozent aller Mitglieder greifen zumindest ab und zu von unterwegs auf die Netzwerke zu, darunter sind immerhin 6 Prozent, die diese Möglichkeit häufig nutzen. Zwar greift der Großteil der Nutzer von einem stationären PC auf die Netzwerke zu, aber Notebooks und Netbooks folgen mit 69 Prozent dicht dahinter. Mehr als ein Drittel (35 Prozent) der Mitglieder sozialer Netzwerke nutzt das Smartphone für die Online-Kontaktpflege und bereits 7 Prozent einen Tablet Computer.
Durch die zu erwartende weiter stark ansteigende Verbreitung von Smartphones und den damit verbundenen Datenflatrates dürfte sicherlich auch die mobile Nutzung von Social Networks in Zukunft entsprechend zunehmen.
Auswahlkriterien für soziale Netzwerke
Oft wird angenommen, dass Nutzer von sozialen Netzwerken sich für diejenige Online-Plattform entscheiden, auf der sie ihre Freunde und Bekannte aus dem Offline-Leben antreffen. Dieser Grund ist auch einer der wichtigsten bei der Wahl eines sozialen Netzwerks – er ist aber überraschenderweise nicht der wichtigste, wie die folgende Abbildung verdeutlicht:

Demnach sind den Nutzern nach eigenen Angaben drei Aspekte bei der Wahl eines sozialen Online-Netzwerks besonders wichtig: Datensicherheit, Privatsphäre und Benutzerfreundlichkeit. 96 Prozent der Nutzer gaben an, bei der Auswahl eines Netzwerks besonderes Augenmerk auf die Sicherheit ihrer persönlichen Daten zu legen. 93 Prozent nannten die Einstellungen zur Privatsphäre als wichtiges Kriterium und 88 Prozent die Benutzerfreundlichkeit. Für 82 Prozent der Nutzer ist wichtig, dass ihre Freunde in demselben Netzwerk angemeldet sind.
Die Studie behandelt über die hier geschilderten Themen hinaus auch die Verbreitung der einzelnen sozialen Netzwerke in Deutschland sowie Fragen der Privatsphäre und des Datenschutzes.

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